Lav ju Göthe Teil I ~ Die Wahlverwandtschaften

Ein Literaturprojekt mit Elementen aus dem Schattentheater nach Johann Wolfgang von Goethe, neu verfasst von Eunike Engelkind

Goethes 1810 erschienener Roman erzählt auf der Grundlage eines naturwissenschaftlichen Experiments von dem Ehepaar Charlotte & Eduard, die auf ihrem malerischen Landsitz ihr wieder gefundenes Glück genießen. Während er Bäume veredelt, bahnt Charlotte neue Wege in den Außenanlagen. Entgegen ihres gemeinsamen Entschlusses nur für sich zu leben, wagen sie den Versuch, also das Experiment: Es gesellen sich Eduards Jugendfreund der Hauptmann und Charlottes Nichte Ottilie hinzu. Doch die geradezu wahlverwandten Anziehungskräfte zwischen den neu sich zusammen findenden Paaren setzen Leidenschaften und Leiden bringende Ereignisse frei, wodurch sie unwillkürlich aus ihrer abgeschiedenen Idylle rausgerissen werden.

Goethe wirft mit seinem Werk die Möglichkeit zu Fragen auf, die mehr bieten als ein übliches Beziehungsdrama mit den dazugehörigen Sehnsüchten innerhalb gesellschaftlicher Konventionen. Es steht wie Wilhelm Meisters Wanderjahre ganz im Zeichen der Entsagung und wagt es neue Formen aufzugreifen. Und diesen Fragen und Formen möchte ich mich stellen, da ich ein großes Potenzial darin für die Zukunft unserer Gesellschaft sehe. Denn im Gegensatz zu Elementarteilchen können wir unsere Entschlüsse selbst fassen.

Als Erzähler -manchmal dabei in die Rollen schlüpfend- habe ich die Möglichkeit frei zu wählen, was ich von den Geschehnissen preisgeben möchte. So kann ich ein Spannungsfeld aufbauen, das Seelenleben meiner Figuren zum Schauplatz werden lassen und mir deren Schicksal ganz bewusst sein, während es bei diesen gewissermaßen ahnungslos erlebt wird. Und dieses Erlebnis kann sich im Spiegel des zuhörenden Zuschauers anbahnen, der die Relationen überschaut und reflektiert.

Zur Hilfe kommen mir dabei Elemente aus dem Schattentheater, wo ich mit Experimenten aus Goethes Farbenlehre spiele, welche er parallel zu seinem Roman verfasst hat. So choreografiere ich atmosphärisch dichte Bilder, wage elegante kleine Albernheiten und überrasche mit immer neuen Einfällen.

Premiere: 20. März 2018, Hegelhaus Stuttgart
Weitere Aufführungen geplant für Frühjahr und Herbst 2018, 2019

Gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart