Frida Kahlo ~ Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel habe?

Mit ihren rebellischen Provokationen brach Frida Konventionen. Sie revolutionierte nicht nur Mexiko, sondern ganz unbescheiden gleich die ganze Welt! Durch ihre lebensbejahende Kompromisslosigkeit wurde sie zur Ikone der Frauenbewegung und zu einer ihrer wirkmächtigen Stimmen.

 

“Meine” Frida!

Was von Anfang an klar war und sich mir bestätigt hatte, nachdem ich mehrere Theaterstücke gesehen oder gelesen habe, sowie den Hollywood-Film: Ich werde mein eigenes Stück schreiben! Ich will mit eigenen Worten das Leben Kahlos malen, und über die Grenzen der Biographie hinaus führen.

Frida Kahlo war alles andere als Liebe auf den ersten Blick! 

Ihr Werk fasziniert mich grade dadurch, dass es mich abgeschreckt! So wie sie in einen Busunfall geschleudert wurde, schleudert sie uns schonungslos ihre Selbstportraits entgegen. Sie führen uns in die Abgründe der Weiblichkeit und geben preis, was für eine grenzüberschreitende Bedeutung Kahlos Schicksal innewohnt und dem, was sie daraus macht. Es lässt den Betrachter unweigerlich zum mitfühlenden Teilnehmer werden, in dessen Spiegel es sich festsetzt.
Eindringlich spricht aus allen Facetten ihres Lebens ihr leidenschaftliches Wesen: Gerüstet durch innere Kraft, Lebensgier und Sehnsucht nach Liebeserfüllung lässt sie sich ihre Existenz nicht von körperlichen und emotionalen Qualen zerstören.  Jedes scheinbare Scheitern ist Antrieb in jedem Moment dennoch sie selbst zu werden, neues Futter dafür sich durch nichts davon abbringen zu lassen, dass sich ihr Bild in die Menschheitsgeschichte einschreibt.

Die Schicksalsbegegnung zwischen dem Maler Diego Rivera und Frida führt zu einer Vermählung im Zeichen der Kunst und der Leidenschaft. Diese Liebe wird ein Herzstück ihres Werkes, das auch auf dieser Ebene Aufschluss über ihr Leid gibt, hervorgegangen aus seinen Seitensprüngen und ihrem unerfüllten Kinderwunsch.

Ihr enormer Wille immer aufzustehen, trotz aller körperlicher Schmerzen, inspiriert mich dazu Menschen auf ihrem Lebensweg zu motivieren in den Dialog mit sich selbst zu treten, unter widrigsten Umständen Chancen zu ergreifen und positiv nach vorne zu schauen um sich in der Welt zu engagieren. 

 

Mit diesem Unfall geht ihr lebenslanges Sterben seinen unaufhörlichen Weg. Doch Frida will tanzen! Sie sagt: “Wer das Leid einmauert, riskiert, dass es ihn von innen auffrisst”!

Musik wird auch eine große Rolle in dem Stück spielen. Nicht nur zur Untermalung  und zur Begleitung des Tanzes soll sie dienen, als viel mehr ihr Inneres nach außen kehren. Also kommt ein Gitarrist ins Spiel!

Denn in diesem Stück möchte ich erstmalig die Schnittstelle zwischen Theater, Tanz und Musik beschreiten. Ich möchte mit gekonnten Tanzschritten begeistern und mit dem temperamentvollen Schimpfen einer südamerikanischen Signorita für viele Lacher sorgen! Es wird viele witzige Momente geben, wenn Frida aus dem Nähkästchen plaudert, es um das Thema Liebe geht… Aber es wird auch sehr tiefsinnig. Denn durch Fridas deutschen Vater zog entsprechende Literatur in ihr Leben…

 

Premiere: Do. 24. August 2017 Lapidarium

Mörikestraße 14, Stuttgart