Goethe, der Ginkgo und Suleika…

Ein szenisches Literaturprojekt von und mit Eunike Engelkind

Als Goethe nach dem Ende der Napoleonischen Kriege 1814 von Weimar in seine Geburtsstadt Frankfurt reiste – nach 17 Jahren zum ersten Mal wieder – , hatte er einen Schatz bei sich: Die „Divan“ genannte Gedichtsammlung des persischen Dichters Hafis, der im 14. Jahrhundert gelebt hatte. Und auf der langen Kutschfahrt zogen die von Lebensgenuss, Liebesglut und Schönheit singenden Gedichte des Hafis den 65-jährigen Goethe sofort in ihren Bann. Kaum in Frankfurt ausgestiegen, traf er seinen alten Freund Jakob Willemer in Begleitung der jungen Marianne – und für den Dichterfüsten wurde dies zu einer Schicksalsbegegnung, durch die er „verjüngt zu früher Tatkraft wiedergeboren wurde“: Im Ton und Stil des Hafis dichtend schuf er seinen umfangreichen „Westöstlichen Divan“.
Hafis, mit dem Goethe über Zeit und Raum hinweg sich geistesverwandt fühlte, war dabei die eine Quelle der Inspiration. Die andere aber, die sein Dichten entzündete, war die sinnliche Gegenwart von Marianne Willemer… Heute wird Marianne von dieser doppelten Zwiesprache erzählen – von ihrer Zwiesprache mit dem Dichter und der Zwiesprache von West und Ost.

Premiere

Di 5.April 2016 19:30h

Hegel-Haus Stuttgart